Wir suchen laufend Rundholz
und Bäume > 60 cm Ø
Thema: Welches Holz nimmt man am Besten für einen Gartentisch?
Grundsätzliches vorab:
Wettereinfluss:
Holz ungeschützt zu verwenden ist nie gut, Holz verträgt sich nicht mit Wasser/Schnee. Wenn der Tisch vor der Witterung geschützt wird (z.B. Dach) wird er wesentlich länger halten und auch schön bleiben. Auch sind die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter und zwischen Trockenheit und Feuchte für Holz schlecht. D.h.es wird extrem beansprucht und es kann zu Rissen und Formänderungen kommen. Auch wird es mit der Zeit definitiv die Farbe ändern (Vergrauen) und dies wird passieren unabhängig ob mit Öl/Lasur etc. behandelt oder nicht.
Dies gilt grundsätzlich für alle Hölzer. Es gibt jedoch Hölzer die das besser „vertragen“ bzw. die widerstandsfähiger sind und das besser aushalten. Hierzu gehören von heimischen Holzarten neben der Eiche und Robinie auch die Lärche und Kiefer. Von den eingebürgerten Holzarten sind dies in erster Linie die Douglasie und der Mammutbaum (redwood). Jedoch hat jede Holzart so ihre Eigenheiten…
Inhaltsstoffe:
Die Eiche enthält viel Gerbsäure (auch die Robinie) welche durch Regeneinfluss ausgewaschen werden kann und unter dem Tisch sehr hartnäckige Verfärbungen hervorrufen kann/wird (wenn der Tisch vor Regen/Schnee geschützt ist, ist das kein Thema).
Insekten:
Der Splint bei der Eiche und ganz besonders bei der Robinie wird in der Regel stark von Insekten befallen werden, wenn das Holz im Außenbereich steht.
Harzgallen:
Die Kiefer hat das Thema mit den Harzgallen, die sich bei großer Hitze (direkte Sonneneinstrahlung im Sommer) verflüssigen und hervorplatzen können (dies jedoch nur einmal/wenn ausgelaufen, dann ausgelaufen)-man kann das auch wieder entfernen (Hobel, Stecheisen, Schleifen). Die Douglasie hat das auch jedoch weniger ausgeprägt. Somit sind sowohl Douglasie als auch Redwood die idealsten Hölzer für diesen Zweck.
Abschilfern:
Jedoch haben die Nadelhölzer (Douglasie, Lärche, Mammutbaum, Kiefer) noch die Eigenschaft dünne Holzschichten abzuschilfern, d.h. es können sich dünne Schichten oder Splitter (ein ganzer Jahring-Abschnitt meist im tangential Bereich) ablösen und nach oben biegen oder ganz lösen, d.h. dies kann mit der Zeit passieren, durch die oben geschilderten extremen Temperatur- u. Feuchteunterschiede. Eine Reparatur ist eher schwierig (man kann es abhobeln, ganz lösen und evtl. mit Epoxidharz füllen) aber es ist nicht unmöglich oder man lebt mit diesen natürlichen Schwankungen.
Bzgl. der Oberflächenbehandlung:
Wenn der Tisch ungeschützt dem Wetter ausggesetzt wird möchte ich empfehlen keinerlei Oberflächenbehandlung durchzuführen, da die genannten Holzarten sehr widerstandsfähig sind und mit der Zeit vergrauen und dadurch einen natürlichen Schutz bilden.
Man kann nach dem Vergrauen (in etwa 3-4 Jahren ein Gartenpflegeöl (z.B. Gartenmöbelöl Nr.102-92 von Auro transparent oder gefärbt möglich) verwenden.
Anmerkung: Auch alte Schindeldächer und Hausfassaden wurden früher in der Regel nicht behandelt (manchmal wurden sie auch geölt bzw. mit Leinölfarben angestrichen).
Jedoch ist das Holz dann nicht geschützt gegen Flüssigkeiten/Essen (Wein, café, Blaubeerkuchen..) etc.?!
Wenn der Tisch intensiv zum Essen und Trinken genutzt wird möchte ich folgendes empfehlen:
Die Alternative aus meiner Sicht ist den Tisch (komplett – unten+oben+Seiten) mit Gartenmöbelöl zu imprägnieren (ein geeignetes Öl finden Sie z.B. auf „www.auroshop.de“). Hierbei wird der Mammutbaum ein vielfaches! (evtl. sogar Faktor 10) an Öl aufnehmen (Mammutbaum „säuft“ wie ein Loch), d.h. da kämen dann nochmal – im Fall des Mammutbaumes - einige hundert Euro an Kosten nur für das Öl dazu. Oder man probiert etwas aus dem Baumarkt z.B. von Osmo, wenn die biologische Komponente des Öls nicht so wichtig ist (in den Osmo Produkten ist lediglich mehr Chemie enthalten, sind ansonsten jedoch gute Produkte).
Bei der Douglasie ist das im Normalbereich, da wird eine Dose mit 375 ml für einen normal großen Tisch wahrscheinlich ausreichen.
Nachfolgend einige konkrete Beispiele der Tischmanufaktur Patrick Herrmann aus Stuttgart